Ungarisch für Anfänger und Verzweifelte – Teil 2: Aussprache

Ungarisch gehört zur finno-ugrischen Sprachfamilie, die im Wesentlichen aus Finnisch, Estnisch und Ungarisch besteht und hat rein gar nichts mit den germanischen oder romanischen Sprachen zu tun. Bis auf ein paar wenige Lehnwörter, die aber auch recht eigen ausgesprochen werden, erkennt man einfach nichts wieder. Alleine, um mir das Wort für „ja“ zu merken, habe ich ewig gebraucht. „Igen“ (sprich: ‚i|gän) liegt einem nicht gerade auf der Zunge. So muss man sich nicht wundern, dass auch die Aussprache etwas… sagen wir gewöhnungsbedürftig klingt.

Regel Nummer 1: Alle Wörter werden auf der ersten Silbe betont. Auch Wörter mit fünf oder mehr Silben (und glauben Sie mir, davon gibt es mehr, als Sie denken). Und auch Lehnwörter (also Wörtern, die sich eine Sprache von einer anderen abgeguckt hat). Was zu so lustigen Wörtern wie „Muuseum“ oder „Hootel“ führt. Als Nicht-Schwabe (da heißt es doch auch „rrrro“ und „BeeHaa“) kommt man sich echt albern vor, wenn man das sagt.
Es gibt übrigens eine Ausnahme: Pizzeria wird nicht auf der ersten Silbe betont. Allerdings auch nicht auf der dritten, wie wir es tun. Stattdessen heißt es: Pizzeeeria.

Regel Nummer 2: Alles wird ausgesprochen. „Ach, wie im Deutschen?“ werden Sie sagen. Nein. Die Ungarn sind sehr, sehr viel gründlicher als wir. Sie murmeln nicht, sie verschlucken nichts. Wenn ein Deutscher Hammer sagt, klingt es im Grunde mehr wie Hamma. Wenn ein Ungar Hammer sagt, klingt es dagegen wie Hammeeerrrr. (Was natürlich ein schlechtes Beispiel ist, weil Hammer ja gar kein ungarisches Wort ist.) Der wunderbare Mann an meiner Seite war es, der mich vor Jahren darüber aufklärte, dass wir Deutschen unser R ja gar nicht ordentlich aussprechen würden. Wie zum Beispiel in gar oder in ordentlich. Da würde der arme kleine Buchstabe ja fast untergehen. Also aus der ungarischen Perspektive betrachtet. In Ungarn geht gar nichts unter, da wird jeder Buchstabe gehegt, gepflegt und gefälligst ausgesprochen. Viszontlátásra spricht sich demnach ‚Wisssontlaataaschrroo. Übrigens: Dieses niedliche Wortungetüm ist kein seltenes Relikt, sondern wird täglich benutzt und steht sogar in vielen Geschäften auf einem Schild an der Tür. Was es heißt?
Auf Wiedersehen!

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